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Wenn es langsam zu dämmern anfängt und sich im Ingolstädter Rathaus alle auf den Feierabend freuen, dann beginnt für Stefan Huber und Bernd Betz die zweite Schicht. Nicht als Gebäudemanager oder Social Media Redakteur, sondern als Jäger. Fernab vom Straßenlärm und Handyempfang können die beiden im Wald den stressigen Alltag für eine Weile beiseite schieben.

„Jagen ist für uns auch Erholung”, sagen sie.

Huber ist bereits seit 9 Jahren Jäger, hat sogar sein eigenes Territorium, Betz ist noch „Frischling”. Beim Jagen geht
es Ihnen „nicht um den Schuss, sondern um die Hege und Pflege des natürlichen Wildbestandes”, erklärt Huber. Gäbe es keine Jäger, könnten sich Tierpopulationen und Krankheiten unkontrolliert ausbreiten. Der Wald wäre für Menschen unbegehbar. „In 90 % der Fälle bleibt der Finger grade”, stimmt auch Betz zu.

Früher wurde die Jagd vor allem an Königshöfen als gesellschaftliches Event gefeiert. Die traditionellen Aspekte sind in den vergangenen Jahren rückläufig geworden. Dennoch werden auch heute noch jährlich viele Jagdscheine ausgestellt.

SCHIESSEN - ABER MIT BEDACHT!

Beim Jagen greift die Waidgerechtigkeit, eine Art Ehrenkodex. „Wir respektieren jedes Tier, das wir
erlegen”, so die beiden Jäger. „Beim Jagen trifft man eine Entscheidung zwischen Leben und Tod, da schießt man mit Bedacht”. Geschossen werden vor allem kranke und junge, männliche Tiere, um die Population aufrecht zu erhalten. Weibchen stehen unter einem besonderen Schutz. Was gejagt wird, das hängt von vielen Faktoren ab: dem Klima, dem Wetter, dem Mond und der Windstärke. „Wildschweine lassen sich beispielsweise bei Vollmond gut jagen, da ist das Licht am Besten”.

DER KULINARISCHE ASPEKT BEIM JAGEN

In der Steinzeit diente das Jagen der Nahrungsbeschaffung und auch heute muss gesagt werden: So ein Wild- geschnetzeltes mit Fingernudeln, Spitzkohl und Preisebeeren schmeckt einfach tierisch guad. 

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