In der historischen, denkmalgeschützten Hammerschmiede von 1720 im Josefstal bei Neuhaus schmiedet Josef Geisler (geb. 1937) noch wie in früheren Zeiten Werkzeuge und Pfannen aus Stahl. Hier arbeitet er seit 1956. Zunächst als Geselle, 1972 übernahm er die Schmiede schließlich ganz auf Leibrentenbasis von seinem Firmpaten.
Die Wände der Schmiede sind nach all der Zeit schwarz vor Ruß. Riesige, drei Tonnen schwere Hammermaschinen stehen an den Wänden. Im Hintergrund lodert das Feuer in der Esse. Es riecht nach Metall und Öl.

Geisler pflegt seit Jahren die Tradition. Dank seiner Erfahrung, weiß er genau, worauf es beim Schmieden ankommt. Beispielsweise, wie man die Temperatur des Materials erkennt. „Glüht das Metall hellrot, hat es eine Temperatur von 850 Grad, bei gelb schon eine Temperatur von 1.100 Grad”, erklärt er. Um die Farbe besser beurteilen zu können, wird der Raum nur von einer Neonröhre beleuchtet.

Mit Hilfe einer Zange wird das glühende Material dann zu den Hammerwerken getragen und dort in Form gehämmert. Einige Teile müssen auch per Hand auf dem Amboss bearbeitet werden. Damit das Metall härtet wird es in Wasser oder Öl abgeschreckt.

Auf diese Weise stellt Geisler unter anderem traditionelle, handgefertigte Eisenpfannen in verschiedenen Größen und Formen her. Mit denen kocht es sich noch wie bei Mutti zu Hause. „Für Bratkartoffeln gibt es nicht Besseres”, rät Josef Geisler. Wichtig für eine schmiedeeiserne Bratpfanne sei vor allem das Einbrennen. Dazu eine rohe Kartoffel in Scheiben schneiden, die Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben mit etwas Öl und 1 EL Salz kräftig rösten. Die gerösteten Kartoffelscheiben anschließend wegschmeißen und die abgekühlte Pfanne mit Küchenpapier ausreiben.
Aber auch andere Gerichte lassen sich in einer gebrauchsfertigen Pfanne hervorragend zubereiten. Rosa Entenbrust mit Spekulatiusbrösel, Salzkartoffeln, Spitzkohl und Cranberries zum Beispiel.

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